Heute werden die Wolken wieder dünner und immer häufiger lacht die Sonne vom Himmel. Zum Frühstück gibt es Reis mit gerösteten Nüssen, Rosinen und Kompott, dann marschieren ein letztes Mal los Richtung Altstadt.
Wir wählen einen neuen Weg durch die sehr schönen Wohnviertel, in die sich nicht so oft Touristen verirren. Irgendwann stehen wir dann aber wieder vor einem Stadttor und betreten die am Vormittag noch nicht so überfüllte Altstadt. Wir sind in Einkaufs Laune und erstehen einige kleine Kostbarkeiten aus Olivenholz (z. B. einen Schöpfer für den Sauna-Aufguss, einen Nussknacker und eine Reibe mit Gefäß). Die Läden sind wirklich entzückend und auch viele Lebensmittel locken verführerisch.
Danach besichtigen wir die Kirche Santa Maria Assunta und bewundern Fresken aus dem 14. Jh. Die ganze Kirche ist voll davon, für meinen Geschmack ja eigentlich zuviel. Mir wird bewusst, wie sehr solche Darstellung über vielen Jahrhunderte für viele Menschen ihr gesamtes Weltbild geprägt haben. Neben Geschichten aus Jesu Leben und Tod findet man dort z. B. einen Zyklus über die Entstehung der Schöpfung - wo Gott Adam den Odem einhaucht und Eva aus Adam's Rippe hervorgeht, ein anderes Bild zeigt sehr anschaulich das jüngste Gericht.
Nach der Kälte dieser uralten Mauern freuen wir uns wieder auf die Sonne und finden einen besonders schönen Platz und ein sehr gutes Lokal für ein Mittagessen. Die Stadtmauerpromenade ist heute noch relativ ruhig, ein Staßenmusiker bietet stimmungsvolle barocke Harfenmusik.
Auf dem Rückweg zum Isso schauen wir noch im recht versteckten Supermarkt des Ortes vorbei. Dann machen wir uns reisefertig und verlassen San Gimignano Richtung Florenz. Enge Bergstraßen und die Abendsonne machen die Fahrt zu unserem nächsten Übernachtungsziel zu einem wahren Erlebnis: jede Kurve bietet einen neuen Blick an Schönheit kaum zu überbieten!
Wir landen auf dem Campingplatz Semiforte in Barbarino im Val D'Elsa. Der Platz ist um diese Jahreszeit Gott sei Dank noch kaum besucht, bietet wunderschöne Ausblicke in die toskanische Landschaft und warme Duschen. Im Dunkeln gibt es schließlich noch einen kleinen Erkundungsspaziergang durch ebenfalls sehr gut erhaltenem mittelalterlichen Ortskern.