Ich lerne mit der Hand Kaffee mahlen ... das hat bis jetzt immer Walter gemacht, seit er die Mühle gekauft hat. Mindestens 300 Umdrehungen bedarf es für unsere Bialetti, das ist Meditation.
Nach diesem ruhigen Tag weiß ich nicht so recht wie mir hier geschieht und ich überlege gleich wieder umzudrehen. Ich gehe dann doch kurz ins Wasser, setze mich auf meine Strohmatte und beobachte diese Schauspiel, das sich gerade aufzulösen beginnt. Bis vor kurzem waren es noch hunderte Boote, die draußen bei den Bojen vor Anker lagen.
Meist junge Leute machen einen Verbund ihrer Boote, vielleicht 5-6 mit an die 20 Personen hängen zusammen. Sie hören laute Musik, machen Party ... es ist Lebensfreude pur! Ich beobachte andere Badegäste, die mit Sack und Pack in Grüppchen durch das seichte Wasser zu ihren Booten rauswaten um nach Hause zu fahren. Sie haben Kühltaschen und Sonnenschirme dabei, manche sogar Strandliegen.
Die Sonnenstrahlen werden flacher, es ist knapp vor 19:00. Ein Boot nach dem anderen verlässt schwer bepackt mit Menschen und allerlei Dingen die Küste. Auch am Strand packen die Frauen, Männer und Kinder ihre Sachen zusammen. Handtücher werden im Wind geschüttelt und vom Sand befreit. Die bunten Schirme werden abgespannt und Menschen verlassen in alle Richtungen den Strand. Von den letzten Booten schallen Opernarien über's Wasser von begabten oder zumindest begeisterten Baritonen und versuchen dem Abend zu trotzen. Aber dann verschwinden auch diese in die Weiten des Wassers, vermutlich gar nicht so weit in ihren Alltag in der Lagune um's Eck und das Sonntags-Spektakel ist vorbei.
Das Gewurrl und die Lebensfreude wandelt sich ein eine ruhige Abendstimmung, die Wellen werden hörbarer, die Flut kommt. Das Wasser gehört jetzt nur noch den letzten großen und kleinen Kindern, die Sand oder Frisbie spielen und vor allem sich selbst.
Ein paar Ladies schwimmen an mir vorbei und erinnern mich daran, auch nochmals ins Wasser zu gehen. Die Wellen und das Abendlicht rufen mich und ich fliege mit den Möwen.